Informationen zur Psychischen Gefährdungsbeurteilung (PsyGB)

Gesetzliche Grundlage 

Seit 2014 ist die Beurteilung psychischer Gefährdungen Bestandteil des Arbeitsschutzgesetzes.

§ 5 Arbeitsschutzgesetz „Beurteilung der Arbeitsbedingungen“. Seit 2013 ist hier die Gefährdungsbeurteilung für psychische Belastungen bei der Arbeit in die Regelung aufgenommen.

§ 6 Arbeitsschutzgesetz schreibt die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung vor. Gegebenenfalls festgelegte Maßnahmen und das Ergebnis der Überprüfung müssen gleichfalls dokumentiert werden.

Daraus ergibt sich für Arbeitgeber die Aufgabe, neben Fertigungsabläufen und Arbeitsplatzgestaltung auch eine Gefährdungsbeurteilung für psychische Belastungen der Arbeitnehmer vorzunehmen. Diese Beurteilung sowie die Maßnahmen im Betrieb sind zu dokumentieren.

Wo finden Unternehmen Unterstützung bei der Umsetzung?

  • Betriebsärzte und Sicherheitsfachkräfte, die Arbeitgeber bei der Gefährdungsbeurteilung beraten,
  • die jeweils zuständige Berufsgenossenschaft, die Arbeitgeber präventiv durch Seminare, Checklisten, Musterfragebogen und individuelle Vor-Ort-Beratungen in den Betrieben betreuen,
  • sofern vorhanden, der Betriebsrat.

Übliche Vorgehensweise der Gefährdungsbeurteilung

  • Erhebung der Kennzahlen im Unternehmen: Die erhobenen branchenüblichen Kennzahlen sollen Rückschlüsse auf eine psychische Belastung (psychische Erschöpfung, psychische Ermüdung, Monotonie oder Stress) zulassen.
  • Ermittlung von bisherigen Präventionsmöglichkeiten im Unternehmen: Dazu müssen alle bisherigen Maßnahmen beispielsweise zum Thema Stressmanagement, Entspannung, Ernährung und Bewegung dargestellt und bewertet werden. Ziel ist es, zu erkennen, ob und wenn ja, welche grundsätzlichen Defizite im Unternehmen bestehen. Zum Beispiel, weil es im Unternehmen kein strukturiertes BGM (Betriebliches Gesundheitsmanagement) und BGF (Betriebliche Gesundheitsförderung) gibt.
  • Entwicklung von geeigneten Maßnahmen: Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse findet die Entwicklung von präventiven Maßnahmen statt.
  • Durchführung und Kontrolle der festgelegten Maßnahmen

Wer kann eine Beurteilung durchführen und was sollte dokumentiert werden?

Dokumentiert werden sollten jeweils eine Übersicht und die Bewertung der ermittelten Kennzahlen, der bisherigen Präventionsmaßnahmen und der untersuchten Arbeitsplatz-Typen. Anschließend sollte eine Auflistung der angeordneten Maßnahmen erfolgen und der teilnehmenden Mitarbeiter/innen erstellt werden.

Die Dokumentation muss fälschungssicher und schriftlich erfolgen und von den einzelnen Teilnehmern unterschrieben sein. Eine strukturierte Vorgehensweise hilft, den Prozess einfach zu gestalten und mindert schließlich das Haftungsrisiko.

Weitere praktische Hilfen für die Gefährdungsbeurteilung

Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) gibt eine Leitlinie zur Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation heraus. Weitere Informationen auf der Website der GDA.

Leitlinie zur Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation


Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales informiert in Form von Interviews und Pressemeldungen zum Thema "Psychische Gefährdungsbeurteilung".

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bietet umfangreiches Infomaterial an.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), die Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) und die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) gründeten das Portal für Gefährdungsbeurteilungen und bieten damit Expertenwissen und Service an.

Das Projekt "Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt" der Initiative Neue Qualität der Arbeit veröffentlicht eine breite Palette von Informationen zum Thema Gefährdungsbeurteilung. Die Initiative wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales ins Leben gerufen. In ihr engagieren sich Bund, Länder, Arbeitgeberverbände und Kammern, Gewerkschaften, die Bundesagentur für Arbeit, Unternehmen, Sozialversicherungsträger und Stiftungen gemeinsam für eine moderne Arbeitskultur und Personalpolitik.

Ihr Ansprechpartner

IHK-Zentrale Tübingen
IHK Reutlingen Bereich: Standortpolitik
Position: Leiterin Volkswirtschaft und Fachkräftesicherung
Schwerpunkte: Volkswirtschaft (Konjunktur, Arbeitsmarkt, Studien), Regionale Wirtschaftspolitik, Wirtschaftsjunioren, Gesundheitswirtschaft
Telefon: 07121 201-199
Fax: 07121 201-4199
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